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Anwendung und EignungMarmor-Mosaike sind grundsätzlich unproblematisch im trockenen Innenbereich an Wänden und auf Böden. In dieser Form werden sie seit Jahrtausenden eingesetzt und von Archäologen heute noch gut erhalten geborgen. Ferner fanden Marmor-Mosaike vielfach Verwendung in öffentlichen und privaten Bädern. Auch dieser Einsatz ist im Prinzip unproblematisch, wenn ein paar Dinge beachtet werden. Marmor ist ein Kalkstein und im Wasser ist ebenfalls mehr oder weniger viel Kalk enthalten. Verdampft das Wasser auf dem Marmor, bleibt der Kalk zurück und bildet mit der Zeit eine Schicht, die das Mosaik bedeckt. Die Kalkablagerungen beeinträchtigen also das Erscheinungsbild des Mosaikes, wie auch jede Trennwand einer Dusche verkalken würde, wenn sie nicht regelmäßig gereinigt würde. Nun sagen Sie, es sei doch selbstverständlich eine Dusche regelmäßig zu reinigen? Gewiss, aber womit entfernt man eine Kalkablagerung auf einem Kalkstein, ohne diesen selber zu beschädigen? Die typischen Kalkentferner basieren schließlich alle auf einer kalklösenden Säure, die zwischen gutem und schlechtem Kalk nicht unterscheidet. Man könnte das Problem einerseits gelassen sehen. Die Mosaike sind 7 mm dick und bei den Kalkablagerungen geht es um Schichtdicken im Bereich von 100stel Millimeter. Selbst wenn man mit Kalkreiniger an die Mosaike ginge, würde es viele Jahre dauern bis das Mosaik selber abgetragen wäre. Doch wir wollen hier keine schlechten Ratschläge geben, sondern lieber erklären, wie man es richtig macht. Haben Sie den Eindruck das sich Kalkablagerungen gebildet habe, dann eignet sich ein Stück feines Schmiergelpapier für die Reinigung. Die Kalkablagerungen sind deutlich weicher als der unter hohem Druck und Hitze verdichtete Marmor. Die Kalkablagerungen werden bei einer mechanischen Bearbeitung folglich abfallen, lange bevor der Marmor selber an Substanz verliert. Wollen Sie Ihre Dusche hingegen unter hygienischen Aspekten reinigen (und nicht entkalken), eignen sich dafür alle basischen Reinigungsmittel wie z.B. Seifenlauge etc. Auch Ihren Händen genügt ja eine Reinigung mit Seife. Auch dabei lösen sich die leichteren Kalkablagerungen, weil sie durch die Seife ihren Halt an dem Marmor verlieren. Wer also wöchentlich sein Mosaik mit einer Wurzelbürste und Seife abbürstet, wird sehr lange warten müssen bis sich in Randbereichen eine festere Ablagerung bildet. Die mechanische Reinigung wird kaum öfter als ein Mal jährlich notwendig sein. Wird die regelmässige Reinigung mit Seifenlauge hingegen vernachlässigt, ist dies auch kein Beinbruch. Man muss dann eben öfter mal mechanisch reinigen. Kommen wir zurück zu der Härte (Kalkhaltigkeit) Ihres Wassers. Ist eine mechanische Reinigung erforderlich, sollte das Mosaik selber über eine geschliffene Oberfläche verfügen. Begeben Sie sich später mit Schleifpapier an das Mosaik, machen Sie nichts anderes als auch bei seiner Herstellung geschah. Nach erfolgter Verlegung der unterschiedlich hohen Steine wurden diese auf eine gleiche Höhe abgeschliffen. Die rauhe Oberfläche ist das Ergebnis des Schleifvorganges. Polierte Mosaike werden hingegen anschliessend weiter bearbeitet. Nachdem das Mosaik fertig auf dem Armierungsnetz verlegt und abgeschliffen worden ist, werden die Schleifmittel in etwa 10 weiteren Arbeitsgängen so weit verfeinert, dass am Ende eine glänzende Oberfläche entstanden ist. Ist die Oberfläche von Marmor zerfurcht von den Riefen des Schleifvorganges, erscheint sie dem Betrachter matt und weniger Farbintensiv, weil das aufscheinende Licht diffus reflektiert wird. Ist die Oberfläche hingegen spiegelglatt, leuchten die Farben des Marmors kräftig. Diese kräftigen Farben sieht man nicht nur bei poliertem Marmor, sondern ebenso wenn z.B. Wasser über ein geschliffenes Mosaik fliesst. Das Wasser füllt die Riefen und das Licht wird nicht mehr diffus gestreut. So ist ein geschliffenes Mosaik im trockenen zustand matt und wird im nassen Zustand farbintensiv glänzend wie ein poliertes Mosaik. Ein poliertes Mosaik ist hingegen immer farbintensiv glänzend. Doch kann dazu nur geraten werden, wenn der Kunde weiches, kalkarmes Wasser verwendet, sei es weil der Wasserversorger dies so anbietet oder weil eine Enthärtungsanlage im Haus für kalkarmes Wasser sorgt. Was hier für den Nassbereich diskutiert wurde, gilt ähnlich im Trockenbereich. Auch dort sind die geschliffenen Mosaike matt. Damit die Farben (bei Bedarf) kräftiger erscheinen, werden die geschliffenen Mosaike im Trockenbereich nach der Verlegung mit Steinöl behandelt. Dabei handelt es sich grob um ein Erdöl-Produkt (Naphta). Nach dem Auftrag harzt dieses aus und glättet die Schleifspuren weitgehend. Doch macht der Einsatz dieses Mittels im Nassbereich keinen Sinn, wenn dort im Normalfall das Mosaik wöchentlich mit Seife abgebürstet wird. Der Einsatz von Steinöl und Seife passt nicht zusammen. Das Mosaik im Nassbereich sollte deswegen natura belassen werden, es sei denn, eine wöchentliche Reinigung ist nicht vorgesehen. Dann kann auch das Steinöl vor Ablagerungen sinnvoll schützen bis die mechanische Reinigung erfolgt und erneut Steinöl aufgetragen wird. (Bitte bedenken Sie bei Ihrer Strategie, dass dieses Öl bis zu seiner Aushärtung wenig angenehme Gerüche freisetzt.) Weitere mögliche Anwendungen von Marmor-Mosaiken ergeben sich im Schwimmbadbau und im Aussenbereich an Fassaden oder am Boden. Da wir uns bereits an anderer Stelle zum Thema Schwimmbadbau geäußert haben, folgen Sie bitte bei Interesse diesem Link: Schwimmbad Die Verwendung von Marmor-Mosaiken im Aussenbereich ist ebenfalls möglich, doch erfordert sie einen ähnlichen Pflegeaufwand wie die Verwendung von Holz. Im einzelnen wollen wir an einer anderen Stelle speziell darauf eingehen, haben diese Texte aber bislang noch nicht verfasst. |
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